ISO 20022 markiert einen weiteren wichtigen Schritt im Schweizer Zahlungsverkehr.

Ab November 2026 entwickeln sich die Swiss Payment Standards weiter. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Struktur und Qualität von Adressdaten. Unternehmen sollten deshalb sicherstellen, dass ihre Daten und Systeme entsprechend vorbereitet sind.

Für Organisationen, die Microsoft Dynamics 365 Business Central einsetzen, betrifft diese Entwicklung nicht nur die Bank. Sie wirkt sich auch auf Lieferantenstammdaten, Bankverbindungen, Zahlungseinstellungen und teilweise auf kundenspezifische ERP-Erweiterungen aus.

Fehlende, falsch strukturierte oder fehlerhafte Daten können zu Problemen bei der Erstellung oder Verarbeitung von Zahlungsdateien führen.

ISO 20022 : Was ändert sich im November?

ISO 20022 wird in der Schweiz bereits seit mehreren Jahren eingesetzt. November 2026 markiert deshalb nicht die Einführung des Standards, sondern eine weitere Entwicklungsstufe.

Zwei Daten sind besonders wichtig:

  • 13. November 2026: Die Release 5.3 der SIC-Plattform tritt in Kraft. Gleichzeitig läuft die Übergangsfrist für bestimmte ältere ISO-20022-Nachrichten der Version 2009 aus.
  • 14. November 2026: Die Swiss Payment Standards 2026 werden verbindlich. In der Schweiz und in Liechtenstein wird die Umstellung auf strukturierte oder hybride Adressen wie geplant fortgeführt.

Ziel dieser Entwicklung ist es, Daten strukturierter, zuverlässiger und besser automatisiert verarbeiten zu können.

Warum ist Ihr ERP direkt betroffen?

Wenn ein Unternehmen einen Zahlungsauftrag aus Microsoft Dynamics 365 Business Central erstellt, stammen viele der an die Bank übermittelten Informationen direkt aus dem ERP-System.

Dazu gehören insbesondere Lieferantenstammdaten, Adressen, Bankverbindungen und Zahlungseinstellungen. Ein Datensatz kann für einen Benutzer korrekt aussehen und trotzdem für die Bank technisch unzureichend strukturiert sein.

Daher sollten insbesondere folgende Angaben geprüft werden:

  • Name des Lieferanten
  • Adresse und Postleitzahl
  • Ort
  • Land oder Region
  • IBAN oder QR-IBAN
  • SWIFT/BIC, falls erforderlich

Auch die verwendeten Zeichen in den Feldern Name und Adresse spielen eine Rolle. Die Swiss Payment Standards definieren, welche Zeichen in pain.001-Nachrichten zulässig sind und welche Umwandlungen Finanzinstitute gegebenenfalls vornehmen.

SIX stellt hierzu eine offizielle Liste zur Zeichenkonvertierung zur Verfügung. Die Qualität der Lieferantenstammdaten wirkt sich damit direkt auf die Qualität der Zahlungsabwicklung aus.

ISO 20022 : Adressen werden zu einem zentralen Thema

Eine der wichtigsten Änderungen betrifft die Übermittlung von Adressdaten.

Eine vollständig in einer freien Textzeile erfasste Adresse ist für einen Menschen problemlos lesbar. Für ein IT-System ist es jedoch deutlich schwieriger, Strasse, Postleitzahl, Ort und Land automatisch eindeutig zu erkennen.

Die neuen Standards bevorzugen deshalb strukturierte oder hybride Adressen. Dadurch können insbesondere wichtige Angaben wie Ort und Land eindeutig identifiziert werden.

Für Unternehmen reicht es deshalb nicht mehr aus, lediglich zu prüfen, ob eine Adresse vorhanden ist. Entscheidend ist auch, ob die einzelnen Informationen in den dafür vorgesehenen Feldern erfasst wurden.

Damit wird ISO 20022 zunehmend auch zu einem Thema der Datenqualität und Data Governance.

Schweiz, SEPA und international: drei Szenarien

Nicht alle Zahlungen folgen denselben Regeln.

Ein ERP-System kann gleichzeitig Zahlungen in die Schweiz und nach Liechtenstein, SEPA-Zahlungen sowie internationale Zahlungen ausserhalb des SEPA-Raums verarbeiten. Für Zahlungen in die Schweiz und nach Liechtenstein bilden die Swiss Payment Standards den relevanten Rahmen.

SEPA-Zahlungen folgen dem europäischen Regelwerk. Internationale Zahlungen können je nach Land, Bank, Währung oder Zahlungsnetz zusätzliche Angaben erfordern. Ein und derselbe ISO-20022-Standard kann somit unterschiedliche Zahlungsszenarien und Anforderungen abdecken.

Auf internationaler Ebene haben SWIFT und der EPC die ursprünglich für November 2026 vorgesehene Frist zur Abschaffung unstrukturierter Adressen im Sommer 2026 ausgesetzt. Die Schweiz hält hingegen am Zeitplan für die Swiss Payment Standards 2026 fest.

Ein Standard-Update reicht nicht immer aus

Nicht jede Microsoft-Dynamics-365-Business-Central-Umgebung ist gleich aufgebaut.

Viele Unternehmen haben im Laufe der Zeit Erweiterungen, Bankenschnittstellen, eigene Prozesse oder kundenspezifische Entwicklungen rund um ihre Zahlungen integriert. In manchen Umgebungen reichen die neuen Standardfunktionen aus.

In anderen Fällen sind zusätzliche Analysen notwendig. Teilweise müssen bestehende Prozesse angepasst oder individuelle Entwicklungen erweitert werden, damit der Zahlungsverkehr weiterhin reibungslos funktioniert.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht nur: „Unterstützt Business Central die neuen ISO-20022-Anforderungen?“ Sondern vielmehr: „Ist unsere konkrete Umgebung mit unseren Daten, Prozessen und Erweiterungen bereit?“

ISO 20022 und SwissSalary: Auch Lohnzahlungen sind betroffen

Auch Lohnzahlungen fallen in den Anwendungsbereich von ISO 20022.

Unternehmen, die SwissSalary einsetzen, können mit einigen einfachen Kontrollen sicherstellen, dass die Zahlungsdateien korrekt erstellt werden. In der Konfiguration der Belastungsbank sollte insbesondere geprüft werden, ob die Version auf „SPS 2022“ eingestellt ist. Auch die XML-Codierung sollte auf „UTF-8“ und nicht auf „UTF-8-BOM“ gesetzt sein.

Besondere Aufmerksamkeit ist erforderlich, wenn der Zahlungsempfänger nicht mit dem Mitarbeitenden identisch ist. Dies kann beispielsweise bei einer Zahlung an ein Betreibungsamt der Fall sein.

In solchen Fällen müssen die Angaben zum Begünstigten vollständig erfasst werden. Auch die Adresse muss korrekt strukturiert sein. Die Vorbereitung auf ISO 20022 betrifft deshalb nicht nur Lieferantenzahlungen. Unternehmen sollten auch ihre SwissSalary-Konfiguration und die Daten allfälliger abweichender Begünstigter prüfen.

ISO 20022 als Chance für bessere Datenqualität

Die Umstellung bringt technische Anforderungen mit sich, bietet aber gleichzeitig eine Chance.

Sauber strukturierte Lieferantendaten helfen, Zahlungen abzusichern. Gleichzeitig reduzieren sie manuelle Arbeit, erleichtern die Automatisierung und verringern Fehler in Finanzprozessen.

Je stärker Prozesse automatisiert werden, desto wichtiger wird die Qualität der zugrunde liegenden Daten.

ISO 20022 macht damit ein Thema sichtbar, das weit über Bankdateien hinausgeht: die allgemeine Qualität der ERP-Daten.

Unser Ansatz bei Delphisoft

Bei Delphisoft haben wir unsere Kunden bereits seit Ende des Sommers proaktiv bei dieser Umstellung begleitet.

Unsere Teams haben NAV- und Business-Central-Umgebungen, Lieferantenstammdaten, Zahlungskonfigurationen und mögliche kundenspezifische Anpassungen analysiert. Wo notwendig, haben wir zusätzliche Anpassungen und individuelle Entwicklungen umgesetzt.

Dieser Ansatz ermöglicht es, Prozesse frühzeitig zu testen. Gleichzeitig sinkt das Risiko, dass eine Inkompatibilität erst dann auffällt, wenn eine wichtige Zahlung an die Bank übermittelt werden soll.

Ist Ihre Software bereit für ISO 20022 ?

Die Frist im November rückt näher. Unternehmen, die Microsoft Dynamics 365 Business Central, SwissSalary oder eine andere Zahlungssoftware in der Schweiz einsetzen, sollten jetzt ihre Daten, Konfigurationen und individuellen Anpassungen überprüfen.

Sie haben noch Fragen zu den Auswirkungen von ISO 20022 auf Ihre Umgebung?

Kontaktieren Sie unser Team, um Ihre aktuelle Situation gemeinsam zu prüfen.